
Anlässlich der Präsentation der neuen Plakette zur
Schaffhauser Fasnacht 03 wurden wir von Fakos-Präsident
Urs Huber eingeladen, eine kleine Darbietung zum Thema Schlafhausen
zu machen.
Herausgekommen ist ein spannendes
Märchen, welches am 16.11.2002 auf dem Fronwagplatz uraufgeführt
wurde. Mitglieder der Jungen SVP Schaffhausen spielten die Rollen
der fünf Stadtzwerge von Schaffhausen. |
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Unser Zwergenrat mit Starbesetzung
(von links): Oberzwerg (Ueli Kleck), Bauzwerg (Oliver Schlatter),
Schulzwerg (Michael Läubli), Verwalterin des Zwergensäckleins
(Petra Behr), Erzähler (Stefan Hiltbrunner) und fotoscheuer
Kulturzwerg (Raphael Kolesch).
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| Erzähler |
Es war einmal eine kleine Zwergenstadt,
umgeben von prachtvoller Natur und bevölkert mit recht
freundlichen Menschen. |
| Fünf Oberzwerge leiteten die
Geschicke des kleinen Gemeinwesens, das so ruhig und gemächlich
dahintrieb, dass es anderenorts Schlafhausen genannt
wurde. |
| Unsere Zwerge würden wohl
heute noch in Frieden leben, wenn nicht Polterzwerge mit ihrem
unflätigen Treiben nächtens die himmlische Ruhe der
Zwergenbürger gestört hätten. Sie plünderten
und brandschatzten was das Zeug hielt. Die Polterzwerge trieben
es zu nächtlicher Stunde immer bunter und wilder. Sie grölten
und krakelten, belästigten friedfertige Bürger und
rauften wo immer sich Gelegenheit bot. |
| Der Zwergenrat mit seinem Oberzwergen
hätte den nächtlichen Spuk nach altem Zwergenbrauch
lieber totgeschwiegen. Die Nachtwächterzwerge, neu ausgestattet
mit bunten prächtigen Uniformen, markierten auf Geheissdes
Oberzwergen grimmig Präsenz. Leider liessen sich die elenden
Raufbolde vom Präsenz markieren der Nachtwächterzwerge
nicht beeindrucken. |
| Das Klagen, besonders der Ehefrauen
der Oberzwergen, wurde immer lauter. Aus Übermüdung
waren sowohl die Oberzwerge als auch ihre holden Weiber nicht
mehr fähig, ihren Aufgaben und ehelichen Pflichten nachzugehen.
Die regierenden Zwerge trafen sich zu einer dringlichen Sitzung
auf der Wenger-Burg, umgeben von zwei Gewässern; auf der
einen Seite der Rhein auf der anderen der Bach...-strasse. |
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| Oberzwerg |
*ruft aufgebracht* |
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So kann es nicht
weiter gehen! Wir müssen handeln! |
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| Erzähler |
Der erste Vorschlag, eine Kommission
zur Analyse der nächtlichen Ruhestörung einzusetzen,
wurde knapp verworfen. Nach längerer Pause der Ratlosigkeit
erhellte sich das Gesicht des Oberzwerges als sei ihm das erste
mal ein Licht aufgegangen. Er wandte sich an den Kulturbeauftragten: |
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| Oberzwerg |
Mein lieber Kulturzwerg,
du hast doch jeweils so feurige Ideen, wenn es darum
geht, unser Museum neu zu organisieren. Organisiere doch etwas
kulturelles, das der Jugend gefällt. Das lenkt sie ab und
bringt sie auf neue Gedanken. |
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| Kulturzwerg |
*entgegnet forsch* |
| Bist Du denn von
Sinnen?! Für solches haben wir keine Zeit. Wie Du weisst,
arbeiten wir im Museum Tag und Nacht und manchmal sogar 28 Stunden
am Tag! |
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| Bauzwerg |
*kritzelt vor
sich hin* |
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Ich bin der Bauzwerg
vom schönen Berg! |
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Ich, der Bauzwerg
habe die Lösung gefunden!! |
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Schlafhausen war
während Jahrhunderten gut bedient mit seiner Stadtmauer.
Ein Teil davon steht noch und der Rest ist schnell gebaut. Ich
kenne da verschiedene Bauunternehmer die hätten zufällig
Zeit.... |
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| Verwalterin
des Zwergensäckleins |
*unterbricht
den Bauzwerg energisch* |
| Vergiss es!! In
meiner Kasse findet sich nur ein roter Heller für
solchen Unfug!! |
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| Oberzwerg |
*wendet sich
an den Schulzwerg* |
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Und du, Schulzwerg,
du solltest doch den Jungzwergen besonders nahe sein, hast du
denn gar keine Ideen? |
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| Schulzwerg |
*schüttelt
ungläubig den Kopf und kann es kaum fassen, dass er nach
einer Idee gefragt wird* |
| Nein!! Wie kommst
du darauf, dass es diesmal anders sein soll als bei den anderen
Problemen die wir in meinem Ressort haben...!!?? |
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| Oberzwerg |
*schon leicht
resigniert* |
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Lasst uns hier
abbrechen! Bevor wir uns streiten überschlafen wir das
Ganze übers Wochende...! |
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| Erzähler |
Unzählige Sitzungen weiter... |
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| Oberzwerg |
*tritt
stolz vor seine Kollegen* |
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Den Seinen gibt’s
der Herr im Schlafe. Zum einen traf ich heute morgen den Chef
unserer Nachtwächterzwerge. Unsere wackeren Mannen sind es sich
leid immer nur Präsenz zu markieren. Sie möchten einmal so herzhaft
dreinschl... - äh ich meine so herzhaft durchgreifen. Zum andern
hatte ich schlafenderweise eine geniale Eingebung. «SCHLAFENDE
BÜRGER RANDALIEREN NICHT!». Darum schliessen wir alle
Kneipen zu früher Stunde. |
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| Kulturzwerg |
*ruft energisch...* |
| So nicht! Meine
Kulturkneipe bleibt offen! |
| *und stampft
mit seinen kurzen Beinchen* |
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| Bauzwerg |
*unterbricht
Kulturzwerg* |
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Halt ein! Du zerstörst
mit deinem Gestampfe noch das letzte nicht baufällige Gebäude
im Besitze der Stadt! |
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| Erzähler |
Nach langem Gezänk einigte
sich der Zwergenrat auf folgende Formel: |
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| Oberzwerg |
*hält
Tafel hoch mit Milchbüchlein-Rechnung* |
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Nachtwächterzwerge |
| + |
eine Stunde
kürzer saufen |
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| = |
Ruhe und
Zufriedenheit! |
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| Erzähler |
Die wackeren Nachtwächterzwerge
fackelten nicht lange und setzten die unruhestiftenden Polterzwerge
kurzerhand in den Kerker. Den Nachtwächterzwergen sei Dank,
es kehrte allsbald Ruhe in die Gassen der Stadt. |
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Doch neues Ungemach drohte dem
Zwergenrat. Aufsässige junge Stallzwerge wollten sich den
Spass am Augang nicht vermiesen lassen. |
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| Publikum |
*laute Rufe
aus dem Publikum* |
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Nieder
mit der Nachtwächterstunde! |
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| Erzähler |
....skandierten sie und sammelten
Unterschriften gegen das Verdikt des Oberzwergen. Doch der Zwergenrat,
für einmal nicht faul, beschloss die Jugendbewegung zu
ignorieren... |
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| ganzer
Zwergenrat |
*Schulterzucken, Teilnahmlosigkeit* |
| *Ruhe* |
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| Erzähler |
Die Bewegung der jungen Stallzwerge
fand reissenden Anklang bei Jung und Alt. |
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| Publikum |
*lautes Rufen
aus dem Publikum* |
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...dann
fahren meine Jungzwerge nicht mehr angetrunken oder schläfrig
wie Schneewittchen durch die Zwergenstaate...! |
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| Erzähler |
... riefen die Mutter-Zwerge... |
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| Publikum |
...und
die Taler bleiben im Lande... |
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| Erzähler |
... riefen die Tavernenbetreiber-Zwerge... |
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| Publikum |
....und
die ausländischen Gäste übernachten auch mal im Ländle... |
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| Erzähler |
... riefen die Tourismus-Zwerge... |
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Ja und selbst der Zwergensäcklein-Verwalterin
war der Idee im Geheimen angetan, denn auch sie wusste, dass
das Zwergenstaat auch für Jungzwerge attraktiv sein muss, denn
auch in ein paar Jahren soll ihr Säcklein klimpern...! |
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| Verwalterin
des Zwergensäckleins |
*reibt
sich die Hände und klimpert mit Ihrem Schätzlein * |
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| Publikum |
*lautes Rufen
aus dem Publikum* |
| Nieder
mit der Nachtwächterstunde! |
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| Erzähler |
Rufend zogen die jungen Politquerulanten
mit 4'000 Unterschriften vor das Stadthaus. |
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Die Putzfau, vom Oberzwergen zur
Entgegennahme der Petition abkommandiert, nahm den Stapel Papier
freundlich entgegen und deponierte ihn in der Toilette des Zwergenrates,
zwecks Minderung der Unkosten für Toilettenpapier. |
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Solches wollten sich die Stallzwerge
nicht bieten lassen. Sie sammelten ein zweites Male Unterschriften
für eine Nachtwächterstunde, die Schlafhausen
zu Schlaraffenhausen machen soll. |
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Das Resultat der Anstrengungen:
Die Oberzwerge wurden gezwungen, im nächsten Jahr eine
Volksabstimmung im Zwergenstaate durchzuführen, bei der
sich entscheiden soll, wie das denn mit dieser Nachtwächterstunde
nun stehen soll!
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| Publikum |
*feiert* |
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| Erzähler |
An dieser Stelle weicht unser Märchen
von den übrigen «Wenn sie nicht gestorben sind..»-Querelen
ab. |
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Denn wie das Märchen von Schlafhausen
weitergeht ist noch nicht geschrieben. Hoffen wir aber, dass
die glänzende Fasnachtsplakette mithilft, dem Zwergenstaat
das vollständige Wegtreten in das Reich der Träume
zu ersparen.
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In diesem Sinne: Prost! Und viele
fröhliche Freinächte! |
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ENDE |
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| Eine Hörspielversion
ist derzeit in Bearbeitung und wird - wenn alles klappt - in
den nächsten Tagen an dieser Stelle im MP3-Format an dieser
Stelle zur Verfügung stehen. |
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