Ausgangssperre: Das Fass ist am Überlaufen...
Offener Brief an den Stadtrat Schaffhausen.
Der Beschluss des grossen Stadtrates zur Vorverlegung
der Polizeistunde hat in der breiten Bevölkerung, bei den Jungschaffhauserinnen
und Jungschaffhausern sowie dem lokalen Gewerbe heftigen Widerstand
ausgelöst. Der im stillen Kämmerlein erarbeitete Beschluss
- wohlverstanden ohne Einbezug der Direktbetroffenen - wurde auch
dementsprechend der Öffentlichkeit präsentiert.
Dass das Ausgehleben in Schaffhausen in der regionalen,
wie der nationalen Presse in den Schlagzeilen steht, ist ja Gut
und Recht - bloss sind die Inhalte völlig abschreckender Natur,
insbesondere für Auswärtige.
Ganz abgesehen von der völlig falschen Sachpolitik,
haben nun jedoch die Kommunikation einzelner Stadträte und
die beinahe täglichen Neubeschlüsse, Dementierungen und
Rückzieher das Fass definitiv zum Überlaufen gebracht.
Dass für das Areal Kammgarn und Tap Tab zwischenzeitlich wiederum
andere Regelungen (Schliessung um 03:00 Uhr) gelten sollen, wiederspricht
der wirtschaftlichen Gleichbehandlung. Das Argument, dass diese
beiden Lokale, welche nicht in der Wohnzone liegen, bezüglich
Lärm anders behandelt werden müssen als die Altstadtlokale,
steht völlig quer in der Diskussion. Oder hat der Stadtrat
schon wieder vergessen, dass es ihm ursprünglich um die Gewaltprävention
ging? Kalte Füsse scheinen wohl eher der Grund gewesen zu sein
Nun ja, bleibt zu hoffen, dass mit der vom "Aktionskomitee
gegen die Ausgangssperre" lancierten Petition das Anliegen
der Bevölkerung Ernst genommen wird. Momentan scheint auch
dies für den Stadtrat zu schwierig: Persönliche Anfragen
an die Herren Stadträte Marcel Wenger und Thomas Feurer wurden
mit jeweils identischen Serienmails beantwortet. Dies ist - neben
der absoluten Peinlichkeit - auch eine Ablehnung interessierter
Bevölkerungskreise und einer lebenden Demokratie unwürdig!
Aktionskomitee gegen die Ausgangssperre
12.06.2002 / jsvp
  
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